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Spielsucht: Verantwortungsvolles Spielen & Suchtprävention

In Deutschland ist Spielsucht als Krankheit anerkannt. An und für sich ist die Spielsucht genau so alt wie das Glücksspiel selbst. Es sollte daher nicht unterschätzt werden, was für eine Gefahr vom exzessiven Glücksspiel ausgehen kann. Aus diesem Grund zeigen wir hier auf, was Spielsucht ist, wie sie sich zeigt und was dagegen getan werden kann. Sollte bei Ihnen bereits der Verdacht einer Spielsucht bestehen, scrollen Sie bitte nach unten und melden Sie sich bei einer der Beratungsstellen.

Was ist Spielsucht & wie viele haben sie?

Als Spielsucht wird das sogenannte „zwanghafte oder pathologische Spielen“ bezeichnet. Der Betroffene kann also nicht dem Impuls widerstehen, sich an einer Wette oder dem Glücksspiel als solches zu beteiligen. Auch bei großen negativen Auswirkungen auf das eigene Leben ist die Teilnahme am Glücksspiel oberste Priorität.

Männer leiden dabei statisch häufiger an Spielsucht als Frauen. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf 150.000 bis 300.000 geschätzt. Weitere 200.000 werden als „pathologische Spieler“ geschätzt. Zudem gibt nahezu die Hälfte der deutschen Bevölkerung jeden Monat Geld für Glücksspiel (inkl. Lotto) aus (meist mit geringen Beträgen bis 20€). Das beliebteste Glücksspiel ist Lotto „6 aus 49“, bei dem 57% der Deutschen mindestens schon einmal im Leben teilgenommen haben. Spieler von Geldspielautomaten setzen sich nach einer Studie übrigens einem um das 6,3-fache erhöhtem Risiko einer Spielsucht aus.

Die 3 Phasen der Spielsucht & ihre Symptome

Die Glücksspielsucht lässt sich am einfachsten in einem Phasensystem verstehen und nachvollziehen. Sie ist ähnlich der Alkoholsucht schleichend und alle drei Phasen können auch fließend ineinander übergehen. Der konkrete Verlauf ist bei jedem Menschen individuell anders und sollte daher möglichst immer objektiv von einem Dritten beurteilt werden.

Phase #1: Gewinnphase (Einstieg)

Als erste der drei Phasen tritt die sogenannte „Gewinnphase“ auf, die den Einstieg bildet. Zu dieser Zeit besteht bei vielen Menschen noch eine hohe Selbstkontrolle, sodass Besuche in der Spielbank mit Glück, Freude und Spaß wahrgenommen werden. Gewinne sind daher beiläufig und werden Selbstvertrauen stärkend „mitgenommen“. Während das Spiel hier noch als eine reine Freizeitbeschäftigung empfunden werden kann, werden die eigenen Fähigkeiten häufig überschätzt. Anstatt Gewinne dem Zufall zuzuschreiben, ist es auf einmal das eigene Können.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Spielen, wenn man die Chance dazu hat
  • Positives Denken (auch realitätsfern)
  • Steigerung der Einsätze
  • Versuch des Ausgleichs von Verlusten
  • Traumgedanken (was wäre, wenn ich den Jackpot knacke)
  • Zunehmender Realitätsverlust

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Wichtig
Die Symptome fallen zu diesem Zeitpunkt noch wenig auf und auch Familienmitglieder und Freunde könnten das Verhalten noch als normal empfinden. Aus diesem Grund ist eine Sucht in der Einstiegsphase am schwersten zu diagnostizieren.

Phase #2: Verlustphase (Gewöhnung)

Mit Phase 2 wird erstmals ein gefährliches Stadium erreicht. Der Übergang ist dabei – wie wir schon gelernt haben – fließend. Es werden höhere Risiken akzeptiert, mehr Geld gesetzt und Verluste teilweise geleugnet. Der Versuch Verluste durch immer höhere, teils stark progressive Einsätze auszugleichen, treibt einen immer weiter in den Teufelskreis hinein. Probleme, die einem von Dritten aufgezeigt werden, werden als Lügen abstempelt und die Verschuldung nimmt zu. Arbeit, Familie und Freunde sowie weitere soziale Kontakte leiden und Geldbeschaffung wird zum primären Lebenszweck.

Die Symptome werden drastischer und auffälliger:

  • Verlorene Gelder sind Ausnahmen & Pech
  • Gewinne werden ausgekostet und als Beweis eingestuft
  • Die Häufigkeit des Spielens nimmt enorm zu
  • Auch wenn nicht gespielt wird, drehen sich die Gedanken darum
  • Geld wird geliehen, Kredite aufgenommen, Güter verpfändet
  • Soziale Kontakte rücken teilweise oder sehr stark in den Hintergrund
  • Arbeit und private Angelegenheiten werden vernachlässigt
  • Einsätze steigen mit jedem weiteren Verlust an

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Wichtig
In dieser Phase sollte dem Umfeld schnell klarwerden, dass es sich um eine krankhafte Spielsucht handelt, die dringend behandelt werden muss. Statt sich vom Süchtigen zu trennen, müssen nun Selbstausschlüsse bei allen staatlichen Einrichtungen und Anbietern hinterlegt werden. Das Geld des Süchtigen muss überwacht werden und es sollte nach einer Therapie Ausschau gehalten werden.

Phase #3: Verzweiflungsphase (Sucht)

Hat man es nicht geschafft, in Phase 1 oder 2 vom Glücksspiel gelöst zu werden, dann tritt in Phase 3 nun die Sucht ein. Glücksspiele dienen nun dem Zweck, negative Gefühle zu betäuben und problematische Gedanken zu verdrängen. Es wird gespielt, bis das Geld weg ist und danach besteht der einzige Lebenszweck im Beschaffen neuen Geldes. Hierzu ist einigen Süchtigen auch jedes Mittel recht, was zu illegalen Handlungen führen kann.

Es wird immer häufiger gelogen und verheimlicht, sodass soziale Kontakte nahezu nicht mehr möglich sind. Darüber hinaus können psychosomatische Entzugserscheinungen in Phasen von Geldmangel auftreten, wie Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen und starke Persönlichkeitsveränderungen. Am Ende stehen häufig Selbstmordgedanken, die aus Schuldgefühlen und Selbstverachtung entstehen. Versuche das Glücksspiel zu unterlassen, führen häufig zu Rückfällen, was am Ende eine Antriebslosigkeit mit sich bringt.

Weitere Symptome können sein:

  • Geliehenes Geld wird niemals zurückgezahlt
  • Beschaffungskriminalität und -prostitution
  • Aggression, Depression und Unruhe
  • Neid anderen Spielern gegenüber
  • Komplette Isolation

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Wichtig
Eine „Glücksspielkarriere“ kann häufig lange dauern, denn im Schnitt dauert es den Süchtigen 3,5 Jahre, bis er seine Krankheit überhaupt erkennt. Bis zum Aufsuchen professioneller Hilfe kann es noch einmal länger dauern. Daher geben wir hier Empfehlungen, was in solchen Fällen getan werden kann.

Spielsüchtig: Was kann ich tun?

Um Spielsüchtigen die Möglichkeit zu geben, sich anonym zu testen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit verschiedenen Spielerschutz-Organisationen zusammen gearbeitet und die Portale www.check-dein-spiel.de und www.spielen-mit-verantwortung.de entwickelt. Auf diesen Webseiten kann anonym, kostenlos und unverbindlich ein Selbsttest auf Spielsucht gemacht werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit auf eine persönliche Beratung via Live-Chat oder Telefon. Auch Selbsthilfegruppen in der Nähe werden angezeigt.

Spielsucht ist in Deutschland als Krankheit offiziell anerkannt, sodass ihr während einer stationären Therapie auch Krankengeld beantragen könnt. Sollte sich ein Verdacht auf Spielsucht erhärten, gilt es keine Zeit zu verlieren. Darum arbeitet das BZgA auch eng mit Kliniken, Familie- und Erziehungsberatungsstellen sowie Schuldnerberatungsstellen zusammen.

In Deutschland stehen diese Anlaufstellen zur Verfügung

AngebotWebseiteTelefonE-Mail
Spiele mit Verantwortungspielen-mit-verantwortung.de0800 / 137 27 00poststelle@bzga.de
Fachverband Glücksspielsucht e.V.gluecksspielsucht.de0521 / 557 721 24verwaltung@gluecksspielsucht.de
Anonyme Spieleranonyme-spieler.org0180 / 510 40 11kontakt@anonyme-spieler.org
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärungbzga.de0221 / 8992-0poststelle@bzga.de
Deutsches Rotes Kreuzdrk.de08000 / 365 000drk@drk.de

Außerdem gibt es diese Foren und Webseiten

AngebotWebseiteBesonderheit
Verspiel nicht dein Lebenverspiel-nicht-dein-leben.deInformationsseite
Forum Bet-and-Losespielsucht-forum.deReines Forum für Betroffene und Angehörige mit Adressen / Rufnummern
Spielfreispielfrei.infoWhatsapp Sprechstunde - Donnerstag 14 bis 17 Uhr (0176 /356 434 71)
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